Meine ersten Chinchillas, das war eine Bande. Angefangen hat es mit Teddy und Josephine. Da die Zwei sich so wohlfühlten, dauerte es nicht lange nach Ihrem Einzug bei mir, als sich Nachwuchs ankündigte. Und nein, dieser war nicht geplant. Josi wurde auch zeitnah kastriert, nach der Geburt ihres zuckersüßen kleinen Jungen.

Habt ihr gewusst, dass neugeborene Chins schon komplett fertig sind? Also eine kleine Kopie ihrer Eltern, gerade mal 5 Mark-Stück groß. Zum Verlieben. Da Fred so klein war und noch nicht wirklich geschickt im Klettern, baute ich ihren zimmerhohen, selbstgebauten „Käfig“ etwas um. Somit konnte der Kleine besser mit seiner Mama mithalten.

Abends bekamen sie im kompletten Zimmer/Stockwerk Auslauf. Das war immer ein Spaß. Es wurde rumgerannt und getobt, da sie nachtaktiv sind war es passend, dass ich nach der Arbeit die Bande rauslassen konnte. Ein riesiges an die Wand gebautes Bücherregal wurde schnell erkundet. Sehr gerne saß Josephine bei mir auf der Schulter und knabberte an meinem Ohr.

Und dann schossen bei Fred die Hormone ein und er dachte er muss seinen Vater angreifen. Somit ging es mal wieder zum Tierarzt und der Gute wurde kastriert. Es hat Wochen gedauert, bis Fred und Teddy sich wieder verstanden. Fred hat seinen Vater ziemlich eingeschüchtert, eine ganze Zeit lang musste ich die zwei Männer auch getrennt halten. Josi hat in dieser Zeit immer abwechselnd bei den Männern gewohnt.

Lange wohnten die Drei glücklich zusammen, doch irgendwann gingen die Männer über die Regenbogenbrücke. Zurück blieb Josi, also suchte ich nach Gesellschaft für sie. Okay, zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung was es bedeutet Chinchillas zu vergesellschaften. Schlaflose Nächte, tagsüber waren sie friedlich am Schlafen und nachts ging es richtig rund. Und Chinchillas beißen sich wirklich heftig, teilweise bis zum Tod. Also war ich gut beschäftigt mit der Vergesellschaftung von Josephine und Miss Marple.

Irgendwann hat es dann funktioniert und die Zwei waren ein Herz und eine Seele. Leider nur kurz, denn dann hat uns Josi verlassen und die Suche nach einer neuen Gesellschaft ging wieder los. So kam Ronja Räubertochter zu mir und das Spiel ging wieder von vorne los.

Miss Marple war leider kein langes Leben vergönnt und so blieb Ronja allein zurück. Da sie mittlerweile schon älter war, 15 Jahre, habe ich mich entschlossen sie nicht mehr zu vergesellschaften. Ich hatte das Gefühl, dass sie nicht unglücklich war. Zu diesem Zeitpunkt lebten bei Ihr, auf dem Stockwerk abgetrennt von ihr, meine Kaninchen. Diese besuchte sie regelmäßig und ärgerte sie. Im Alter von 20 Jahren schlief sie dann friedlich ein. Ich habe sie alle sehr geliebt und jeder war für sich eine besondere Persönlichkeit.

Chinchillas sind wunderbare, anspruchsvolle Tiere mit besonderen Bedürfnissen. Sei es bei Ihrer Ernährung, ihrem Platzbedarf und ihrer sehr speziellen Art mit Artgenossen umzugehen, die sie nicht leiden können. Sie sind zart und kuschelig und für immer in meinem Herzen.

Liebe Grüße

Eure Yvonne

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