Wie bei einigen meiner Tiere sind diese zwei sehr spontan und überraschend eingezogen.
Macbeth wurde von seinen Kollegen ziemlich zu gerichtet. Man muss wissen, sein Schicksal war bei seiner Geburt eigentlich schon besiegelt, wie das von seiner Frau, denn sie waren Futtermäuse, Schlangenfutter. Ich habe sie damals aus dem Geschäft, in dem ich arbeitete und wieder arbeite mitgenommen.
Ja, damals hatten wir noch lebende Futtermäuse und da ich für die Kleinsäuger Abteilung zuständig war und bin, fielen auch diese kleinen Kerle in meinen Bereich. Es hat mich jedes Mal wahnsinnig gemacht, wenn ich eine Maus aus dem Nagerarium rausgeholte habe.
So nun aber zu Macbeth und seiner Lady. Wie bereits erwähnt war Macbeth in keinem guten Zustand, er konnte seine Hinterbeinchen nicht mehr gut bewegen und wurde so zum Opfer seiner Artgenossen. Lady Macbeth hatte nur ein Auge und somit beschloss ich diese Zwei zu mir zu nehmen. Sie hatte durch ihr fehlendes Auge keinerlei Einschränkungen, bei ihm hat nach kurzer Zeit die tägliche Massage und Bewegungsübungen der Beinchen geholfen ihn wieder mobiler zumachen. Fragt nicht wie schwierig es war, dieses kleine Wesen zu massieren und dabei nicht zu verbluten, also ich, denn auch diese kleinen Mäusezähnchen können ziemlichen Schaden anrichten. Natürlich wurde das Nagerarium für seine Bedürfnisse angepasst, so dass auch Macbeth die oberen Ebenen erreichen konnte. Beide wurden schnell sehr zutraulich und kamen auf meine Hand, ohne mich zu beißen. Klar, Bestechung mit Mehlwürmern machten es möglich.
Leider werde Mäuse nun nicht so alt und Macbeth ist ein starkes halbes Jahr vor seiner Lady Macbeth gestorben. Beide sind friedlich eingeschlafen.
Man sollte immer auch Tieren mit Handicaps eine Chance geben. Sie finden sich deutlich besser mit Handicaps zurecht als wir Menschen.
Liebe Grüße
Eure Yvonne