So lange ist es schon her, 2005, da ist unser Tommy bei uns eingezogen. Tommy hatte schon eine echte Leidensgeschichte hinter sich. Ursprünglich kam er aus Frankreich. Seine Rute wurde komplett kupiert. Er wurde rumgereicht, da er nicht der einfachste Hund sein sollte. Schließlich hat ihn mein Onkel aufgenommen, da die derzeitige Besitzerin kein Interesse hatte, ihn einem Tierarzt vorzustellen.

Ihr müsst Euch vorstellen, dass sein kompletter rechter Vorderlauf offen war. Eine einzige nässende und entzündete Wunde. Mein Onkel ist gleich mit ihm zum Tierarzt, doch dieser war keine Hilfe. Das Bein wurde nicht besser. Leider ist mein Onkel kurze Zeit nach der Aufnahme von Tommy schwer erkrankt und konnte sich nicht mehr kümmern. So zog Tommy kurzerhand zu uns, meiner Mutter und mir. Mein Vater war kurze Zeit vorher verstorben, und ich hatte mich gerade von meinem Mann scheiden lassen.

Dann ging es mit Tommy von Tierarzt zu Tierarzt, um schließlich einen wirklich Kompetenten zu finden. Die Behandlung war kostspielig, doch sie schlug an. Es handelte sich um einen seltenen Staphylokokken-Stamm, der aber mit den richtigen Medikamenten verheilte. Der arme Hund konnte nach langer Zeit endlich wieder normal laufen, vorher hat er den Fuß nie richtig aufsetzten können wegen der Schmerzen.

Er war bei uns immer ein toller, lieber und auch ruhiger Hund. Doch irgendeinem Nachbarn gefiel wohl meine Nase nicht, und er zeigte mich an. Wir bekamen Post, und uns wurde mitgeteilt, dass die Hundestaffel bei uns vorbeikommen würde, um sich Tommy und eben sein Zuhause anzuschauen. Um das Ganze abzukürzen, zwei sehr nette Polizisten von der Hundestaffel kamen bei uns vorbei und hatten nichts zu beanstanden. Tommy zeigte sich von seiner besten Seite. Völlig entspannt hat er den Besuch empfangen.

Aber es gab auch eine andere Seite von Tommy. Wie gesagt, er war super anhänglich und lieb, aber das Aussteigen aus dem Auto war sein wunder Punkt, zumindest zu Beginn. Hier wurde er auch mal etwas massiver mit der Absicht zu verletzen. Ich muss nicht erwähnen, dass ein Rottweiler-Husky-Mischling ein beeindruckender Hund ist, und wenn dieser dann noch seine Knabberleiste zeigt und sagt „Nö, ich steige jetzt nicht aus!“ ist man zugegebenermaßen beeindruckt. Wir haben viel geübt und ausprobiert, wie man dem Herrn nun das Aussteigen schmackhaft machen kann. Natürlich hatte er eine Rampe am Auto, über die er problemlos ein- und aussteigen konnte. Nach einigen Versuchen und blauen Flecken auf menschlicher Seite haben wir ihm eine kurze Leine an sein Geschirr gemacht und einfach Richtung Rampe gelegt. Was soll ich sagen, er stand auf und ist raus getrottet. Ohne Zug auf der Leine. Sobald ein Mensch die Leine in der Hand hatte, ob mit oder ohne Spannung, ist dieser Hund „doof“ geworden. Doch hat man sie einfach an sein Geschirr gemacht und eben Richtung Rampe gelegt, war alles kein Problem mehr.

Ja, unser Tommy, er war auch ein begeisterter Mäusejäger. Von Zeit zu Zeit wollte er auch gerne mal seine Beute mit nach Hause nehmen. Dies war uns allerdings nicht so recht, und wir konnten ihn immer überzeugen, die arme tote Maus draußen zu lassen.

Oh, ich könnte noch so viel von ihm berichten. Er war eine Seele von Hund, obwohl er schon viel durchgemacht hatte.

Den Tag, an dem wir ihn gehen lassen mussten, werde ich nie vergessen, der 21. Mai 2013. Der Krebs hatte zugeschlagen, und das Alter setzte ihm jeden Tag mehr zu.

Wie alle unsere Tiere, für immer in unseren Herzen.

Liebe Grüße

Eure Yvonne

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